04.02.03 · B1 – Selbstständige Sprachverwendung

B1–Deutschkurs.
Der Schritt zur
Niederlassung & Einbürgerung.

B1 ist die Schwelle zur selbstständigen Sprachverwendung – notwendig für die Niederlassungserlaubnis, die Einbürgerung und viele Ausbildungen. Wer ohne B1-Zertifikat eine dauerhafte Bleibeperspektive anstrebt, scheitert an den formalen Hürden. Der richtige Kurs und die richtige Prüfung entscheiden über Erfolg oder Verzögerung.

300–400 UEab A1
4–8 Mo.Intensivkurs
Goethe, telc, DTZAnerkannte Prüfer

Grundlagen

Was B1 bedeutet – und wer es zwingend braucht.

B1 ist die erste Stufe der selbstständigen Sprachverwendung. Man kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird, und sich über vertraute Themen äußern.

01 Was du auf B1 kannst

Alltag, Arbeit, einfache Diskussionen – ohne große Hilfe

Nach GER B1 kann man:

  • Hauptpunkte verstehen von Gesprächen über Arbeit, Schule, Freizeit, wenn klar gesprochen wird
  • einfache, zusammenhängende Texte zu vertrauten Themen schreiben (Brief, E-Mail, Beschreibung)
  • sich in den meisten Alltagssituationen verständigen, auch spontan (Reise, Restaurant, Behörde)
  • Ereignisse und Erfahrungen beschreiben, Meinungen kurz begründen
  • einfache Medieninhalte (Nachrichten, Gebrauchsanleitungen) im Wesentlichen erfassen

Für wen ist B1 Pflicht?

B1 ist die zentrale Hürde für folgende Wege in Deutschland:

  • Niederlassungserlaubnis (Daueraufenthalt) nach § 9 AufenthG – erforderliches Sprachniveau
  • Einbürgerung (deutsche Staatsangehörigkeit) – gesetzlich vorgeschriebenes Mindestniveau
  • Integrationskurs – Abschluss des Integrationskurses wird mit B1-Zertifikat bescheinigt (DTZ-Prüfung)
  • Viele Ausbildungsberufe – Betriebe erwarten in der Regel B1 vor Ausbildungsbeginn
  • Familienzusammenführung nach Deutschland (Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis)
Ohne B1-Zertifikat eines anerkannten Anbieters (Goethe, telc, ÖSD, DTZ) gibt es weder Niederlassungserlaubnis noch Einbürgerung. Ausnahmen gibt es faktisch nicht.

Prüfungsanbieter

Goethe, telc, ÖSD oder DTZ – was passt wohin?

Für B1 gibt es mehrere standardisierte Prüfungen. Die Wahl hängt vom Zweck ab: DTZ ist speziell für den Integrationskurs, Goethe/telc/ÖSD für andere Wege.

02 Wahl der Prüfung

Welche B1-Prüfung du für welches Ziel brauchst

AnbieterBesonderheitenAnerkennung fürGebühr (ca.)
Goethe-Zertifikat B1International bekannt, als Erwachsenenprüfung oder als „Goethe B1 für Jugendliche“ verfügbar. Prüfungsteile getrennt.Einbürgerung, Niederlassung, Ausbildung, Arbeit160–220 €
telc Deutsch B1Sehr verbreitet in Deutschland. Kombinierte Prüfung (Lesen/Hören/Schreiben gemeinsam, Sprechen getrennt). Viele Prüfungszentren.Einbürgerung, Niederlassung, Arbeit, Hochschulzugang (nicht für alle Fächer)120–180 €
ÖSD Zertifikat B1Österreichischer Rahmen, in Deutschland voll anerkannt. Modular aufgebaut.Einbürgerung, Niederlassung, Ausbildung, Arbeit130–190 €
DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer)Wird am Ende des Integrationskurses abgelegt. Prüft B1 (oder A2 bei Nichtbestehen). Kostengünstiger, aber nur für Teilnehmer des Integrationskurses.Integrationskurs-Bescheinigung, Niederlassung, Einbürgerungkostenlos im Kurs enthalten
Der DTZ wird nur nach Abschluss eines Integrationskurses abgenommen. Du kannst ihn nicht eigenständig ohne Kurs buchen. Für Einbürgerung und Niederlassungserlaubnis wird der DTZ jedoch in der Regel anerkannt.

Kursformen im Vergleich

So lange und intensiv ist der Weg zu B1

Die Dauer hängt stark vom Vorwissen ab. Wer bereits A2 sicher beherrscht, benötigt ca. 4–5 Monate intensiven Unterricht bis B1.

FormatDauer (ab A2)Kosten (ca.)Vor-/Nachteile
Integrationskurs (B1-Teil)4–6 Monate (300–400 UE)1,95 € pro UE (gefördert)Sehr günstig, staatlich strukturiert, DTZ inklusive – aber nur für Berechtigte.
Intensivkurs (Sprachschule)3–5 Monate800–1.500 €Schnell, kleine Gruppen, direkte Prüfungsvorbereitung – teurer als Integrationskurs.
Abend-/Wochenendkurs8–12 Monate500–900 €Neben Beruf oder Studium machbar, aber sehr langsam.
Online-Live-Kurs4–6 Monate600–1.200 €Flexibel, aber erfordert hohe Selbstdisziplin.
Prüfungsgebühren sind separat zu zahlen (außer DTZ im Integrationskurs). Für den DTZ ist eine vorherige Anmeldung beim Kursträger nötig.

Lehrplan B1

Was du auf dem Weg zu B1 lernst – die wesentlichen Themen

Der B1-Stoff baut auf A2 auf und führt zur selbstständigen Kommunikation über vertraute und ungewohnte Themen.

03Inhalte

Wortschatz, Grammatik, Redemittel für Alltag, Arbeit und Behörden

Wortschatz & Themenfelder

  • Arbeitswelt: Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Arbeitsvertrag, Kommunikation mit Kollegen
  • Wohnen: Mietvertrag, Nebenkosten, Nachbarschaft, Beschwerden
  • Gesundheit: Arztbesuche, Krankenversicherung, Terminvereinbarung
  • Behörden: Formulare ausfüllen, Anträge stellen, Briefe an Ämter verfassen
  • Medien & Nachrichten: Zeitungsartikel verstehen, Berichte zusammenfassen
  • Kultur & Freizeit: Veranstaltungen, Diskussionen zu aktuellen Themen
  • Reisen & Verkehr: Fahrkarten, Wegbeschreibungen, Probleme lösen

Grammatik auf B1-Niveau

  • Nebensätze (dass, weil, wenn, als, obwohl, damit) sicher anwenden
  • Konjunktiv II (würde + Infinitiv, hätte/wäre, könnte, müsste für Höflichkeit und Irrealis)
  • Passiv (Vorgangspassiv in allen Zeiten: Präsens, Präteritum, Perfekt, Futur)
  • Relativsätze (Nominativ, Akkusativ, Dativ) mit Präpositionen (mit dem, bei dem, etc.)
  • Vergleichssätze (je … desto, als ob, wie, als)
  • Temporalsätze (bevor, nachdem, seitdem, bis, während) mit korrekter Zeitenfolge
  • Adjektivdeklination nach definitem, indefinitem Artikel und ohne Artikel
  • Präpositionen mit Dativ und Akkusativ (in, an, auf, hinter, neben, über, unter, vor, zwischen)
  • Modalverben im Präteritum (konnte, musste, durfte, sollte, wollte)

Prüfungsformat

So läuft die B1-Prüfung ab – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die meisten B1-Prüfungen folgen einem ähnlichen Grundmuster, weichen aber im Detail ab. Hier die wesentlichen Eckpunkte.

04Prüfungsteile

Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen – meist 60–70% zum Bestehen

TeilDauer (ca.)Inhalte
Lesen60–80 Min.Mehrere längere Texte (Zeitungsartikel, E-Mails, Anzeigen), Fragen zum Textinhalt, Zuordnungen, Richtig/Falsch-Aufgaben.
Hörenca. 40 Min.Durchsagen, Nachrichten, längere Dialoge, Telefonate – in der Regel zweimal abgespielt.
Schreiben50–60 Min.Einen zusammenhängenden Text (Brief, Beschwerde, Bewerbung, Forumsbeitrag) mit vorgegebenen Punkten verfassen, ca. 100–150 Wörter.
Sprechenca. 15 Min. pro PaarPrüfung zu zweit: sich vorstellen (aktuelles Thema), ein Thema präsentieren, eine Diskussion mit dem Partner führen.
Bei Goethe, telc und ÖSD müssen alle vier Teile bestanden werden (oft mindestens 60 % pro Teil). Beim DTZ genügt eine Gesamtpunktzahl, die B1 entspricht; bei weniger Punkten erhält man A2-Zertifikat.

Vorbereitung

So erhöhst du deine Erfolgswahrscheinlichkeit bei der B1-Prüfung

B1 ist die am häufigsten abgelegte Prüfung für Zuwanderer. Mit gezielter Vorbereitung ist sie gut machbar.

05Checkliste

Ressourcen & Lernstrategien

  • Lehrwerke durcharbeiten: „Menschen B1“ (Hueber), „Begegnungen B1“ (Schubert), „Schritte plus Neu B1“ – alle decken den Prüfungsstoff ab.
  • Modellprüfungen nutzen: Goethe, telc und DTZ stellen kostenlose Beispiele bereit. Wiederholt unter Zeitdruck üben.
  • Alltagssituationen trainieren: B1 verlangt spontane Reaktion – Tandempartner, Sprachcafés, Alltagsgespräche sind essenziell.
  • Schreiben gezielt üben: Briefe (Beschwerde, Bewerbung, Terminabsage) schreiben, Musterbriefe analysieren, gängige Redemittel lernen.
  • Sprechprüfung simulieren: Mit Partner die drei Teile (Vorstellung, Präsentation, Diskussion) durchspielen.

Häufige Fehler, die zum Nichtbestehen führen

  • Zu späte Anmeldung zur Prüfung – Termine (v.a. DTZ) oft wochenlang ausgebucht.
  • Wortschatz zu klein – B1 verlangt aktiven Wortschatz von ca. 2.000–2.500 Wörtern.
  • Schreibaufgabe nicht strukturiert – keine Einleitung, keine klare Gliederung, fehlende Bezüge zu den Punkten.
  • In der Sprechprüfung blockiert – weil man vorher nie mit einer fremden Person gesprochen hat.
  • Integrationskurs vorzeitig abgebrochen – dann kein Zugang zur DTZ-Prüfung.

Nach B1

Was nach dem B1-Zertifikat kommt – und wann du weitermachen solltest

B1 ist die Grundlage für die meisten Aufenthaltstitel. Für Studium, akademische Berufe oder bestimmte Anerkennungen sind höhere Niveaus nötig.

06Weiterführende Niveaus

Von B2 bis C1 – der Pfad für Studium und Fachkarriere

NiveauBenötigt fürUngefähre Dauer ab B1
B2Studium an Hochschulen (teilweise), Fachkräftevisa, Berufsanerkennung (z. B. Pflege), anspruchsvolle Berufe4–6 Monate intensiv
C1Regelzugang zu allen Hochschulen, Arzt-/Apotheker-Anerkennung, Führungspositionen, Lehramt6–8 Monate (ab B1)
telc C1 HochschuleAn vielen Universitäten als Zulassungsnachweis akzeptiert (Alternative zu TestDaF/DSH)8–12 Monate intensiv
Nach der Einbürgerung oder Niederlassungserlaubnis ist B1 formal ausreichend. Für den deutschen Arbeitsmarkt sind B2 oder C1 jedoch oft entscheidend für den beruflichen Aufstieg.

Nächste Schritte

A2 Vor B1

A2-Deutschkurs

B2 Nach B1

B2 für Studium & Beruf

IK Staatlich gefördert

Integrationskurs & DTZ

§ B1 benötigt

Einbürgerung & Niederlassung

Du weißt, ob du B1 brauchst – und wie du dich vorbereiten kannst.
Lass klären, ob der Integrationskurs der richtige Weg für dich ist.

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Stand: Mai 2026. Lalmano prüft Inhalte redaktionell und orientiert sich an offiziellen Informationen, unter anderem von Auswärtigem Amt, BAMF und Make it in Germany. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.